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Im Wald hat der Borkenkäfer gewütet

13. November 2020

Bezirksamt holt tote Bäume mit Erntemaschinen aus dem Wald

VOLKSDORF Drei Rekordsommer hintereinander haben dem Wald sehr zugesetzt. Das trockene Holz war ein gefundenes Fressen für Borkenkäfer. Jetzt rückt das Bezirksamt mit großem Gerät an, um das Totholz zu entfernen.
Der Klimawandel und fehlende Niederschläge drei Jahre in Folge haben viele Bäume der Revierförsterei Volksdorf nicht verkraftet. Die Schäden an den Bäumen sind immens. Unter anderem sind im Laubwald Grünastabrisse an gesund anmutenden Eichen und Buchen zu beobachten. Insbesondere der Nadelwald ist stark geschädigt worden, da er durch die extreme Trockenheit sehr geschwächt und infolgedessen für Käfer attraktiv wurde. Borkenkäfer wie der Buchdrucker und der Kupferstecher haben ihn stark besiedelt und dadurch zum Absterben gebracht. Damit Waldspaziergänge weiterhin gefahrlos möglich sind, muss das Bezirksamt nun damit beginnen, die Schäden aufzuarbeiten und zu beseitigen.

Im Wald geht es auch um Sicherheit

„Neben dem Erholungsfaktor für die Menschen liegt uns die Gesundheit unseres Waldes sehr am Herzen! Aus diesen Gründen müssen wir jetzt reagieren und die geschädigten Bäume im gesamten Revier aufarbeiten“, sagt Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff. Volksdorfs Revierförster Alexander Knöttgen erklärt: „Für mich ist am Ende entscheidend, dass alle Bürgerinnen und Bürger sicher durch unseren Erholungswald kommen und auf den Schadflächen neuer gesunder Laub- und Mischwald durch Naturverjüngung und Nachpflanzungen entstehen kann.“ Er kündigt an, dass die Maßnahmen zu kurzfristigen Sperrungen und zeitweise schlechterem Zustand der Wege führen werden. Die werden danach schnellstmöglich wieder instandgesetzt.
Das Bezirksamt plant unter anderem den Einsatz einer Wald-Spezial-Erntemaschine. Sobald die Maschine die Waldwege befährt, sind diese für Waldbesucher aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein Transportfahrzeug wird die zerteilten Stämme an zuvor ausgewählten Plätzen aufschichten. Von dort werden diese dann mit einem Holz-LKW abtransportiert. Direkt danach werden einige Waldwege in einem etwas schlechteren Zustand sein als vorher. Geplant ist die Instandsetzung direkt nachdem die Erntemaschinen den Wald verlassen haben. Der Einsatz einer Wald-Spezial-Erntemaschine dient nicht nur dem Schutz der Spaziergänger, sondern auch dem der Mitarbeiter der Revierförsterei. Grund: Der Holzkörper der abgestorbenen Bäume wird nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgt, da die Borkenkäfer die lebensnotwendige Wachstumsschicht in der Rinde der Bäume zerstört haben. Die Bäume haben ihre Flexibilität verloren und die Mitarbeiter können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr genau einschätzen, wie gefährlich und einsturzgefährdet ein bereits abgestorbener Baum ist.

von Susanne Holz

Last modified: 17. Dezember 2020

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