Willkommen in den Walddörfern und im Alstertal

Die tollsten Tipps für die Herbstferien

14. Oktober 2020

So klappt Erholung mit der ganzen Familie

Ein paar ruhige Tage, nicht zu warm und nicht zu kalt, verspricht die Wettervorhersage für die Hamburger Herbstferien. Ein guter Grund, die Familie zu sammeln und den einen oder anderen Ausflug zu unternehmen. Oder für die Kinder ein Anlass an den freien Tagen Neues auszuprobieren. Wir vom Heimat-Echo haben Top-Tipps parat.

Raus in die Natur

Er macht die Blätter bunter und wirft die Äpfel runter – so heißt es im Kinderlied über den Herbst. Warum nicht das Naturgeschehen live und vor Ort beobachten? Einen besonders schönen Querschnitt durch die unterschiedlichen Landschafsformen der Walddörfer bietet eine Radtour durch den Wohldorfer Wald und den Duvenstedter Brook weiter am Bredenbeker Teich vorbei nach Volksdorf. Die 25 Kilometer vom U-Bahnhof Ohlstedt zum U-Bahnhof Buchenkamp führen durch dichte Wälder mit jahrhundertealten Eichen und Buchen, Moorlandschaften mit Zugvögeln, Rot- und Damwild und schließlich den Teich, der Waldemar Bonsels zu den Biene-Maja-Abenteuern inspirierte. Für Kinder wird die Tour mitreißender, wenn sie erfahren, was da kreucht und fleucht, singt und springt und wächst. Wer sein Schulwissen in Biologie vergessen hat, verlässt sich auf moderne Technik und lädt zum Beispiel die App Birdnet aufs Smartphone (nur Android). Einfach Tschilpen und Zwitschern kurz aufnehmen und die singenden Vögel werden angezeigt. Weitere Gratis-Apps wie Waldfibel, Insektenwelt und Naturblick helfen, Pflanzen zu bestimmen und Tiere zu erkennen. Dann wird der Herbstausflug noch einmal so spannend. Analoge Infos entlang der Route gibt es im Brookhus im Duvensteder Brook und im Haus der Natur in Wulfsdorf.

Besuch des Saft-Mobils

Herbstzeit ist Apfelzeit. Mancher Baum im Garten wirft Äpfel im Überfluss ab und die Familie hat nun sämtliche Apfelcrumble, Apfelkuchen, Apfelmus und Apfelgelee-Rezepte durch und es sind immer noch Äpfel übrig und der Keller ist nicht kalt genug zum Lagern. Was tun? Eine tolle Idee ist es, sich die Ernte zu leckerem Saft pressen zu lassen. Diese Arbeit übernehmen beispielsweise die Experten von Saft-Mobile (www.saft-mobile.de), die mit ihrer mobilen Saftpresse in den kommenden Wochen in Hamburg und Umgebung unterwegs sind. Am 2. Oktober machen sie auf Gut Wulfsdorf in Ahrensburg Station, am 8. Oktober im Gut Karlshöhe in Farmsen, am 14. Oktober in der Gärtnerei Piepereit in Volksdorf und am 26. Oktober im Gärtnerhof am Stüffel in Bergstedt. Pasteurisierter Saft kostet in der Fünf-Liter-Box 6,50 Euro. Kaltgepressten Saft, etwa für Essig, Most oder Apfelwein gibt es für 0,60 Euro pro Liter im selbst mitgebrachten Gefäß. Nun heißt es nur noch, ran an die Äpfel: Bäume schütteln, Äpfel pflücken oder auf der Wiese auflesen und dann, wie von den Gebrüdern Wolf besungen, „ruckzuck övern Zaun“.

Berg besteigen

Schon mal auf dem höchsten Berg des Bezirks Wandsbek gewesen? Das ist mit 79 Metern über Normalnull der Müllberg Hummelsbüttel, gelegen zwischen Harksheider Straße und Glashütter Landstraße. Der Berg ist menschengemacht. Er besteht, wie der Name erkennen lässt, aus Müll, meist Boden und Bauschutt, aber auch diverse Haus- und Gewerbeabfälle, die dort bis in die 1990er-Jahre abgeladen wurden. Heute sind der Berg und seine Umgebung – der Hummelsee und die Naturschutzgebiete Hummelsbütteler Moore und Raakmoor – ein attraktives Wandergebiet. Der „Gipfel“ des Müllbergs bietet einen wunderschönen Blick auf die Hamburger Skyline, in dieser Jahreszeit vom warmen Herbstlicht umschmeichelt. Ein guter Grund, sich warmen Tee und ein paar Franzbrötchen zum Picknick mit Aussicht einzupacken.

Per Velo in die Innenstadt

Ferienzeit ist auch freie Zeit für etwas ambitioniertere Ausflüge – etwa per Fahrrad von Poppenbüttel bis zur HafenCity. Sozusagen vom Land in die Stadt. Unterwegs wird deutlich, wie grün auch Hamburgs Innenstad ist und selbst im neuen Stadtviertel auf Parks und Erholungsflächen großer Wert gelegt wird. Eine schöne und verkehrsarme Route führt von der Poppenbütteler Schleuse entlang des Alsterwanderwegs zum Ohlsdorfer Friedhof. Naturnah geht es weiter zum Bramfelder See, dann dem kleinen Bach Seebek folgend Richtung Alte Wöhr und Stadtpark. Von der Stadtparkwiese – bis hierher sind es runde 20 Kilometer – führt die Route entlang des Goldbekufers durch Winterhude zur Außenalster. Am besten legt man an der Fernsichtbrücke einen Stopp ein: Von hier hat man den schönsten Blick über die Alster und die Hamburger Innenstadt. Weiter geht es am Westufer, wo der Harvestehuder Weg als Fahrradstraße angelegt ist. Am Jungfernstieg wird der Verkehr, auch der Radverkehr, deutlich dichter. Stadtgeschichte im Schnelldurchlauf: Am Domplatz befand sich im 9. Jahrhundert die schon lange zerstörte Hammaburg, Keimzelle der Stadt. Ein paar hundert Meter weiter die historische Speicherstadt. Ziel ist schließlich die Elbphilharmonie, wo die Tour nach 32 Kilometern dann an der Elbe ihr Ende findet. Für den Rückweg nach Poppenbüttel empfiehlt sich die S-Bahn ab Landungsbrücken.

Ferien im Museum

Apropos Hafen: Das Museum für Hamburgische Geschichte startet am 1. Oktober ein Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche, die gerne fotografieren. Unter dem Motto HafenStadtHamburg kann jeder der will, mit der (Handy-)Kamera auf Spurensuche gehen. Gesucht wird alles, was irgendwie mit dem Hafen zu tun hat. Schiffe jeder Größe, Speicher, HafenCity, Container oder Alltagsdinge, die über den Hafen in die Stadt kommen – Bananen, Handys, Kaffeebohnen. Bis zum 18. Oktober sammelt das Museum Bilder und Tipps zu den Aufnahmeorten und stellt sie zu einem digitalen Stadtplan zusammen. Ganz wichtig: Es dürfen keine Menschen auf den Fotos zu erkennen sein. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.shmh.de/de/ferienprogramm-mhg.

von Marius Leweke

Last modified: 14. Oktober 2020

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