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Elbvertiefung in Ton und Wort

200 Schüler intonieren Christoph Reuters „Elbe Oratorium“ und eigene Elbe-Songs

Volksdorf – Eine ganze Zeit lang haben sie intensiv gedichtet und geprobt: Jüngere und ältere Musiker und angehende Poeten des Walddörfer-Gymnasiums haben sich musikalisch und worterfinderisch auf die Aufführung eigener Elbe-Songs und des „Elbe-Oratoriums“ vorbereitet, einer Komposition von Christoph Reuter und Cristin Claas, getextet und in Szene gesetzt von Andreas Hillger. (Das Heimat-Echo berichtete)

Vom „Tor zur Welt“ zur „Tür zu mir“

Kürzlich war es nun endlich soweit: Beim festlichen Konzertabend in der Laeiszhalle eröffneten Cristin Claas, Stephan Bormann und Christoph Reuter den musikalischen Reigen mit eigener Songpoesie. Bereits als das Trio seine Interpretation von Goethes Gedicht vom Knaben, der ein Röslein sah, vortrug war klar: Das Elbe Oratorium handelt von der Liebe – von der Liebe der Menschen zu dem Fluss, den sie als ihren begreifen, als Teil ihres Lebens.
Im Anschluss daran waren ganz neu komponierte Songs des Cristin Claas-Trios zu hören. Das Besondere: Die Texte stammen aus der Feder von WdG-Schülern. Eigens für das „Elbe-Projekt“ war an der Schule ein Lyrik-Wettbewerb unter dem Motto „Meine Elbe – mein Hamburg“ initiiert worden, Schüler ganz unterschiedlicher Altersstufen konnten ihre Kreativität unter Beweis stellen. Auch wenn man in Volksdorf die Elbe wahrlich weder riechen noch spüren kann, fühlt sich Carla Bethge (S 3) als „Hafenkind“. Im Refrain ihres Liedes ist Hamburg nicht nur das „Tor zur Welt“, sondern vielmehr die „Tür zu mir“: „Es ist das Ziel meines Weges und mein Weg beginnt hier.“ Das Gefühl von Zugehörigkeit und Heimat bestimmt auch das Elbe-Gedicht von Veronika Pfeiffer (7 b) „Mein Heim“. Das lyrische Ich bekennt hier, „wie sehr sein Herz für Hamburg schlägt“. Dass der Liedtext von Levi Schröder (7 b) ganz andere Assoziationen wecken will, merkte man schon nach den ersten Takten: Er hat Impres–sionen vom Elbstrand gesammelt, an dem ein „romantisches Date“ mitten im „Gewusel, Gezanke, Gelaber, Gewimmel“ stattfindet.

Musikalisch vertieft

Gemeinsam folgten Chöre und Orchester nachfolgend im Elbe Oratorium, das im Sommer 2017 in Wittenberg uraufgeführt wurde, dem Fluss musikalisch von seiner Quelle in Tschechien bis zur Mündung in die Nordsee. Beim enthusiastischen, tosenden Finale hatte auch der letzte begeisterte Zuhörer begriffen, dass „jeder Bach zum Fluss und jeder Fluss zum Meer“ will. Beseelt ging man nach Hause und eins war klar: Die wahre Vertiefung erhält die Elbe durch die Musik.


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