Home » Erste Hilfe für die Walddörfer Insekten im Winter

Erste Hilfe für die Walddörfer Insekten im Winter

Mit wenig Aufwand lässt sich viel bewirken, um die kleinen Krabbeltiere besser durch die kalte Jahreszeit zu bringen

Von Undine Westphal, ­Schulimkerei Grundschule und Stadtteilschule Bergstedt

Walddörfer – Was machen unsere Insekten eigentlich im Winter, und wie können wir ihnen beim Überwintern helfen? Wir haben hier in
den Walddörfern das große Glück, dass wir viele Hausgärten haben, in denen wir mit wenig Aufwand den kleinen Krabblern gut über den Winter helfen können.

Am wichtigsten ist Ruhe

Unsere Honigbiene hat es im Winter, wenn sie von einem fachkundigen Imker betreut wird, sicherlich mit am besten. Die Honigbiene macht keinen Winterschlaf, sie ist aktiv im Winter. Das Bienenvolk hängt in einer sogenannten Wintertraube. In der Mitte der Traube, dort wo es am wärmsten ist, befindet sich die Königin. Alle anderen Bienen erzeugen durch Muskulatur Reibung, Wärme. Das machen sie mithilfe der Flugmuskeln, sie sind in der Lage, so Temperaturen von über 30 Grad zu produzieren. Die Bienen im Außenbereich klettern, wenn ihnen der Rücken zu kalt wird, in die Mitte. Wem innen zu warm wird, der klettert in den Außenbereich. So wärmen sie sich aktiv durch den Winter. Sporadisch wird der Honig in den Waben angewärmt, damit die Bienen ihn verzehren können. Der Imker muss im Herbst daher gut aufpassen, dass die Bienen genug Futter für den Winter in den Waben haben. Ruhe ist für alle Insekten im Winter sehr wichtig – wer im Winter gestört wird, verbraucht viel von der Energie, die zum Überleben benötigt wird.
Ganz anders sieht es bei Wespen, Hummeln und Wildbienen aus. Bei den Wespen und Hummeln überwintern nur die Königinnen, das Volk verstirbt im Herbst. Die Wespenköniginnen suchen in hohlen Stängeln, Ritzen oder Holzhaufen einen Unterschlupf und verbringen die kalte Jahreszeit in einer Winterstarre. Die Hummelköniginnen graben sich im Herbst in die Erde ein, fast 50 Zentimeter tief. Wildbienen überwintern als Puppe in ihren Legeröhren.

Laub liegen lassen

Wenn wir die Insekten bei der Winterruhe unterstützen möchten, ist es sinnvoll, im Herbst das Laub unter den Hecken liegen zu lassen, damit sie Unterschlüpfe finden. Bloß nicht alle vertrockneten Stauden abschneiden, auch diese Stängel werden als Überwinterungsquartiere genutzt. Die Insekten freuen sich auch über Holzstapel oder größere Laubhaufen, die ungenutzt liegen bleiben. Sie lieben Gärten, die nicht bis in die letzte Ecke „aufgeräumt“ worden sind. So finden auch Marienkäfer, Schmetterlinge und andere wichtige Insekten ein „Winterhotel“.
Empfehlenswert ist es, viele Krokusse und Tulpen für das zeitige Frühjahr zu pflanzen, damit die hungrigen, gerade erwachten Insekten einen reich gedeckten Tisch vorfinden. Auch Salweiden, Haselnusssträucher und Cornelkirschen sind wunderbare Pollenspender, die für unsere Insekten das lebenswichtige pflanzliche Eiweiß spenden. Der Winter ist auch eine wunderbare Zeit, um sogenannte Insektenhotels zu bauen. Anleitungen finden sich im Internet. Wichtig ist, dass diese ­Hotels trocken und fest aufgehängt oder aufgestellt werden, in Ausrichtung Süd, Südost. Man kann den Insekten hohle Pflanzenstängel anbieten, offene Sandflächen, morsches Holz und vieles mehr. Wer Unterstützung zum Bauen benötigt, darf sich gerne an mich wenden. Es ist wirklich kinderleicht, und die Insekten werden es ihren Förderern danken.

Kontakt: undine@noergelsen.de


fdjs