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Große Fahrradsternfahrt in die Innenstadt

Unter dem Motto „Rad fahren und Klima schützen“ demonstrieren auch in den Walddörfern und im Alstertal Tausende für bessere Radwege in Hamburg

Hamburg – Am Sonntag, 18. Juni findet wieder die alljährliche Fahrradsternfahrt statt. Von rund 70 Startpunkten in und um Hamburg radeln Tausende Menschen zur Abschlusskundgebung auf dem Rathausmarkt, um für verbesserte Bedingungen für das Radfahren in der Stadt zu demonstrieren. Die Routen führen auch über Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen. Autofahrer müssen am Sonntag mit kurzfristigen Sperrungen rechnen.

Die Fahrradsternfahrt ist seit 1995 an jedem dritten Sonntag im Juni fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders in Hamburg. Was sich nach einer guten Idee für einen Sonntagsausflug anhört, hat einen durchaus politischen Hintergrund. Unter dem Motto „Rad fahren – Klima schützen“ setzen sich bis zu 30.000 Menschen für umwelt- und radverkehrsgerechte Verkehrsverhältnisse ein. Auf 22 Routen werden sich die Radfahrer in Richtung Innenstadt bewegen, um für verbesserte Bedingungen für das Radfahren in dieser Stadt zu demonstrieren.

Hamburg soll Fahrradstadt werden

Der Veranstalter Mobil ohne Auto Nord e.V. (MoA) fordert im Besonderen, dass der Hamburger Senat, das Ziel, Hamburg zur Fahrradstadt zu machen, konsequent umsetzt und dabei unbeeindruckt von dem teilweise starken „Gegenwind“ bleibt. Viele bisherige umgesetzte Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs seien wichtig und richtig. Als enttäuschend empfindet MoA aber beispielsweise, dass die Walddörferstraße nicht Fahrradstraße werden soll. Alternativ solle die parallel verlaufende Hauptverkehrsstraße Friedrich-Ebert-Damm „ertüchtigt“ werden, obwohl sie einen geringeren Sicherheitsstandard biete. Den Radverkehr zu stärken könne aber nur gelingen, wenn eine fahrradgerechte, sichere Verkehrsführung angeboten werde, so Uwe Jancke, Vorstand bei MoA.

Fahrrad-Gottesdienst in Sasel

Zum Auftakt der Fahrradsternfahrt lädt die Vicelinkirche in Sasel zu einem besonderen Gottesdienst um 11.30 Uhr ein. „Umwelt und Klima, ja, die Schöpfung zu bewahren, darum geht es uns Christinnen und Christen. Das Fahrrad als Verkehrsmittel spielt eine wichtige Rolle. Der Gottesdienst will Anstöße geben, sich mit dem Thema zu beschäftigen“, sagt Pastor Frank-Ulrich Schoeneberg, der den Gottesdienst halten wird. Im Anschluss, um 12.30 Uhr, setzt sich der Zweiradkonvoi vom Kirchenvorplatz aus in Bewegung.

Sondertouren: Sternchen-Tour und Sternwanderung

Für die kleinen Radler bietet der ADFC die sechs Kilometer lange „Sternchen-Tour“ an.
Mitfahren kann jedes Kind in Begleitung eines Erwachsenen, egal ob es selbst treten kann oder noch im Anhänger sitzt. Zu Beginn der Fahrt werden alle Kinder mit Ballons und Fahnen ausgestattet. Am Ziel gibt es als Belohnung eine Medaille und Unterhaltung durch den Zauberer „Käpt’n Jonas Kümmel“. Treffpunkt und Start: 13.30 Uhr, U-Bahnhof Lattenkamp, Ausgang Bebelallee.
Auch Fußgänger können sich an der Demonstration beteiligen. Treffpunkt für die Sternwanderung ist um 12 Uhr am U-Bahnhof Hudtwalckerstraße.

Abschluss auf dem Rathausmarkt

Zentrale Forderungen des MoA sind unter anderem mehr Fahrradstraßen, der Veloroutennetz-Ausbau, Einbahnstraßen-Freigabe für Radverkehr, ein Radschnellwege-Netz in der Metropolregion, bedarfsgerechte Ampelschaltungen für RadlerInnen und FußgängerInnen und die Einhaltung der EU-Grenzwerte (Luftreinhalteplan) sowie die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Lärmaktionsplan. Bei der Abschlusskundgebung auf dem Hamburger Rathausmarkt ab 15 Uhr wird das alles Thema sein.
Schirmherrin ist in diesem Jahr Kirsten Pfaue. Die ehemalige ADFC-Vorsitzende ist seit eineinhalb Jahren Hamburgs Radverkehrskoordinatorin. Sie soll dafür sorgen, dass Hamburg Fahrradstadt werden soll. Auch Hamburgs erster Bürgermeister Olaf Scholz ist für einen Redebeitrag eingeladen. Für musikalische Unterhaltung sorgen „Tuten und Blasen“ von 14.30 bis 16.30 Uhr. (spa)
Weitere Informationen: www.fahrradsternfahrt.info


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