Home » Wann wird der Volksdorfer Marktplatz endlich saniert?

Wann wird der Volksdorfer Marktplatz endlich saniert?

Modernisierung überfällig. Stromanlage des Wochenmarkts und Beleuchtung im Fokus. CDU fordert baldige Umsetzung

Volksdorf – Der Volksdorfer Wochenmarkt im Eck der Straßen Halenreie und Kattjahren gehört insbesondere an Sonnabenden zu den ­beliebtesten, sprich meistfrequentierten Märkten in ganz Hamburg.

Mit rund 100 Ständen wird der seit 1949 bestehende Markt auch im Internetportal der Stadt als einer der schönsten in Hamburg aufgeführt. Mit dem Wochenmarkt erzielt die Stadt beziehungsweise der Bezirk Wandsbek regelmäßig hohe Überschüsse von mehr als 100.000 Euro pro Jahr, mit denen viele kleinere Märkte in anderen Stadtteilen finanziert werden. Der Kostendeckungsgrad lag bei jeweils mehr als 170 Prozent.
Baulich ist der zentral gelegene Marktplatz allerdings in die Jahre gekommen. Für die CDU ist das Gelände dringend sanierungsbedürftig. Der Senat bewertete die Fläche bereits in seiner Antwort auf eine ­Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Thilo Kleibauer vom August 2016 als „in einem für Marktzwecke geeigneten Zustand“, erklärte jedoch gleichzeitig, es sei geplant, die Stromanschlüsse auf der gesamten Wochenmarktfläche zu erneuern. In diesem Zusammenhang solle auch die Beleuchtung überprüft werden.

Bis zu 400.000 Euro für Sanierung?

Kleibauer fordert nun, diese Modernisierung von Strom­anlage und Beleuchtung auch bald anzugehen, zumal das Bezirks­amt Wandsbek entsprechende Maßnahmen bereits für das Jahr 2016 angekündigt und dann wieder verschoben habe. Bis heute liegt noch kein verbindlicher Zeitplan für die Umsetzung vor. Jedoch stehen bereits übertragene Kostenermächtigungen im Bezirk aus Vorjahren zur Verfügung, die gleichwohl für eine umfassende Sanierung von Marktfläche und ­dazugehöriger Infrastruktur kaum ausreichen dürften.
Laut Senatsauskunft stehen bis Ende 2018 im „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ aus­reichend Mittel zur Ver­fügung.
Daher bringt die CDU-Fraktion an diesem Mittwoch (17. Mai) einen Antrag in die Bürgerschaft ein, der fordert, aus dem vorhandenen Sanierungsfonds bis zu 400.000 Euro bereit­zustellen, um ­zeitnah mit der Sanierung der Infrastruktur des Wochenmarkts beginnen zu können.
Kleibauer: „Die Sanierung des Marktplatzes muss jetzt endlich erfolgen. Ein weiteres ­Hinauszögern der dringenden Erneuerung der elektrischen Anlagen darf es nicht geben. Schon mehrfach kam es zu Ausfällen in der Stromversorgung. Zudem bietet sich dann die Möglichkeit, in diesem Zuge die Infrastruktur des Marktplatzes grundsätzlich zu modernisieren und auch Maßnahmen zur Sicherung der ­Attraktivität des Markts zu prüfen und umzusetzen. Dadurch kann die Wettbewerbsfähigkeit des Wochenmarkts langfristig gestärkt werden. Dies sichert auch viele Arbeitsplätze bei den mittelständischen Händlern und regionalen Erzeugern. Die Stadt erwirtschaftet mit dem Volksdorfer Markt jedes Jahr einen hohen Überschuss – dafür muss sie dann aber auch mal in den Markt investieren. Hierfür stehen Mittel im Sanierungsfonds zur Verfügung. Wir setzen uns dafür ein, damit die Sanierung des Marktplatzes jetzt schnell anzu­gehen, damit der Markt langfristig attraktiv bleibt.“

Marode Technik

Im Vergleich zu früher ist die Stromanlage des Wochenmarkts heute deutlich höherer Belastung ausgesetzt, etwa durch verbrauchsintensivere Technik, Kühlung oder Heizung. Der technische Ausrüstungsstand vor Ort hat mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten. Einzelne Stromkästen wurden zwischenzeitlich durch provisorische ersetzt, insgesamt ist die Starkstromanlage aber hoffnungslos veraltet und marode. Gerade bei feuchter Witterung gibt es häufig Probleme.
Vor einigen Wochen machte sich Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff selbst ein Bild von der Lage, berichtet Malte Jahn von der Interessengemeinschaft Volksdorfer Wochenmarkt. Vor den Sommerferien 2018, wenn also erfahrungsgemäß weniger los ist auf dem Markt, könne aber wohl nichts geschehen, habe der Verwaltungschef den Marktleuten wenig Hoffnung auf zeitnahe Abhilfe gemacht, zumal das nötige Geld noch fehle.
Wird eine generelle Sanierung angegangen, bedeutet das für Händler und Kunden auch eine örtliche Verlagerung von mindestens mehreren Wochen. Will man den Wochenmarkt nicht einfach ausfallen lassen, muss geklärt werden, an welcher Stelle er in dieser Zeit stattfinden soll und kann. Denn ob der Volksdorfer Dorfkern, der zwischen Im Alten Dorfe, Weißer Rose und Uppenhof schon jetzt ein paarmal im Jahr als Ausweichort zu Jahrmarkttagen genutzt wird, so regelmäßig – zweimal pro Woche, mittwochs und sonnabends – genutzt werden kann, ist fraglich. Andererseits wiederum sollte die Sanierung nicht an der Alternativfläche scheitern, sonst sind die Probleme irgendwann so drängend, dass kurzfristig gehandelt werden muss – und dann ohne Rücksicht auf berechtigte Interessen der Beteiligten. (os)


fdjs