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GOA macht Zukunft

Internationale Vorbereitungsklasse am Gymnasium Oberalster qualifiziert jugendliche Migranten für den Beruf

Sasel – Wer möchte denn schon in den Ferien freiwillig lernen? Tatsächlich hatten sich sechs Schüler der Internationalen Vorbereitungsklasse (IVK) am GOA freiwillig ­gemeldet, um noch ein bisschen zusätzlichen Deutsch­unterricht zu bekommen. Zur Not eben auch in den Ferien. Schließlich steht Anfang April die erste Deutschprüfung für das Deutsche Sprachdiplom (DSD1) an. Und im Mai dann der Erste Allgemeine Schulabschluss (ESA). Sollten die zwölf Schüler mit Migrationshintergrund diese Prüfung bestehen, haben sie die Möglichkeit, nach den Sommerferien, in die 10. Klasse einer Stadtteilschule oder eines Gymnasiums zu gehen. „Ich möchte die 10. Klasse besuchen. Und danach würde ich gern Abitur machen“, erklärt Fatemeh Hosseinzadeh, 16, und setzt nach kurzem Nachdenken hinzu: „Wenn ich es schaffe!“

Sprachdiplom, Potenzialanalyse, Werkstatt-Tage und Praktikum

Die am GOA unterrichteten ­jugendlichen Migranten kommen aus ganz unterschiedlichen Ländern. Elf der Jugendlichen sind männlich. Nur ein Mädchen ist dabei. Zum Teil sind es Flüchtlinge ohne Begleitung, zum Teil sind sie mit ihren Familien nach Deutschland gekommen. Sie leben verstreut über ganz Hamburg in Flüchtlingsunterkünften. Die einzige dauerhafte Gemeinsamkeit der Schüler sind die 30 Schulstunden jede Woche am GOA. Im Focus steht dabei natürlich der Deutsch-Unterricht, aber auch Englisch, Mathe, Sport, Politik und Gesellschaft sieht der Lehrplan vor. Am Ende soll sich das Lernen für sie auszahlen. Mit dem Deutschen Sprachdiplom haben sie die Möglichkeit, die Schule im Sommer zu verlassen und sich für einen Beruf zu bewerben.
Bereits im Februar haben die Jugendlichen mit der Berufsförderung „Zukunft Jetzt! Entdecke deine Stärken“ begonnen, die aus drei Teilen besteht. Der erste Teil – eine Potenzialanalyse – sollte den Jugendlichen helfen, ihre Interessen und Fähigkeiten zu konkretisieren. Es werden die sogenannten Werkstatttage Ende Mai folgen und als letztes Modul ein zweiwöchiges Praktikum im Juli. Dieses erfolgt schon unter Berücksichtigung des jeweiligen Berufswunsches.

Ehrenamtlicher Einsatz von Eltern und Lehrern macht IVK möglich

Das Lernangebot für die IVKler beinhaltet neben Deutschstunden in den Ferien auch eine Matheförderung während der Woche und die Möglichkeit, in kleinen Gruppen während einiger Unterrichtsstunden zu lernen. All dies ist nur durch ehrenamtliche Mitarbeit von Eltern und Lehrern realisierbar. Damit sich die Schüler als Klasse finden, gibt es außerdem gemeinsam verbrachte Nachmittage mit Aktionen wie Kochen, Backen, Theater- oder Bibliotheksbesuchen. „Als wir im Dezember 2015 die IVK eröffnet haben, war uns noch unklar, wohin die Reise gehen wird und wir standen vor einer großen Herausforderung“, erzählt Luana König, Klassenlehrerin der IVK. Inzwischen ist viel passiert, wir haben Weiterbildungen besucht und Erfahrungen gesammelt. Damit diese nicht verloren gehen und weitere IVK-Schüler davon profitieren, werden wir eine AG gründen, in der wir unser Wissen sammeln und strukturieren.“
Wenn die Jugendlichen im Sommer ihren ersten Schul­abschluss oder ihr Deutsch-­Diplom in der Tasche haben und das GOA verlassen, wird sich aller Voraussicht nach eine neue Internationale Vorbereitungsklasse bilden. Auf diese neue Herausforderung sind am GOA alle bestens vorbereitet … (np/sl)


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