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Weniger Wintervögel in Hamburg

Zählung belegt Rückgang, vor allem die Zahl der Sperlinge nimmt ab

Hamburg – In Hamburg haben in diesem Winter Anfang Januar mehr als 1.500 Vogelfreunde eine Stunde lang Vögel in ihrem Garten gezählt, deutschlandweit haben 118.000 Menschen mitgemacht. Fazit der Beobachtung: So wenige Vögel wie in diesem Winter gab es schon lange nicht mehr. Insgesamt be­obachteten die Teilnehmer durchschnittlich 17 Prozent weniger Tiere als in all den ­Jahren zuvor. NABU vermutet fehlende Wanderlust und schlechten Bruterfolg als Ursachen Vor allem bei den häufigen Wintervögeln und Futterhausbesuchern, darunter alle Meisenarten, aber auch bei Kleiber und Kernbeißer wurden die bisher niedrigsten Zahlen verzeichnet. „Einige Arten hatten dieses Jahr offenbar kaum Wanderlust – was zu den teils deutlichen Rückgängen geführt hat. Das gilt vor allem für jene, die im Winter häufig Besuch von ihren Artgenossen aus dem kälteren Norden und Osten bekommen. Dazu zählen auch die meisten Meisenarten“, so der ­Vogelexperte des NABU-Bundesverbands, Lars Lachmann. Auffällig ist, dass die Rückgänge bei Meisen und Co. im Norden und Osten Deutschlands, und damit auch in Hamburg, etwas geringer ausfallen. Richtung Südwesten hingegen nehmen sie zu. Manche Wintervögel haben wohl aufgrund des – bis zum Beginn des Zählwochenendes – noch extrem milden Winters auf halber Zugstrecke Halt gemacht. Eine andere Ursache vermutet der NABU darin, dass Meisen und andere Waldvögel im Frühjahr einen schlechten Bruterfolg hatten. Sperlinge brauchen menschliche Unterstützung Besorgniserregend ist die anhaltenden Talfahrt der Sperlinge in Hamburg: Im Vergleich zum Vorjahr wurden 30 Prozent weniger Haussperlinge und 24 Prozent ­weniger Feldsperlinge in Hamburger Gärten gesichtet. Durch Sanierungen und die zunehmende Bebauung verlieren die Spatzen immer mehr Brutstätten und Lebensräume wie Hecken und unbebaute, innerstädtische Brachflächen. Damit Haus- und Feldsperling auch weiterhin einen Lebensraum bei uns finden, empfiehlt der NABU Hamburg, geeignete Nistkästen aufzuhängen. Außerdem brauchen die Vögel naturnahe Gärten, in denen sie genügend Insekten finden, Sträucher und Hecken als Sammelplatz und offene Sandflächen zum Sandbaden. (fw/sl)


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