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Leser-Echo

zum Artikel „Debatte um Kundenzentren: Alstertal top, Waldörfer hopp?“ vom 8. Februar 2017

Das BehindertenforumWalddörfer hat zum Thema ­Kundenzentrum in den Wald­dörfern einen offenen Brief an den Wandsbeker Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff geschrieben, den wir hier ab­drucken:

Sehr geehrter
Herr Ritzenhoff!

Im Regionalausschuss und in der Bezirksversammlung stand das Thema auf der ­Tagesordnung. Die regionale Presse hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Auch an uns Menschen mit Behinderung und Menschen, die für Inklusion eintreten, ist das Thema nicht vorbeigegangen. Für uns ist eine Schließung unvorstellbar! Die Kundenzentren sind ein Stück praktizierte Inklusion. Die mögliche Schließung des Kunden­zentrums Walddörfer ist ein großer Schritt in die falsche Richtung. Die Walddörfer stehen für einen Stadtteil, der unterwegs zu mehr Inklusion ist. Das hat eine lange Tradition. Die Walddörfer haben einen sehr hohen Anteil an Mitbürgern mit Handicap. Wir fühlen uns eigentlich wohl in den Walddörfern.
Ein praktisches Beispiel: Ein Mitbürger aus dem Senator-Neumann-Heim braucht laut HVV 15 Minuten zum Kundenzentrum. Zu den anderen vier Zentren dauert es 33, 38, 41 und 42 Minuten. In diesem Beispiel ist noch nicht berücksichtigt, dass ein Rollstuhlfahrer in der Regel auch mehr Zeit zum Umsteigen braucht. Jede Region von der „Großstadt“ Wandsbek braucht ihr ­Kundenzentrum, das allen notwendigen Kriterien von ­Barrierefreiheit entspricht. Bitte setzen Sie sich voll für fünf inklusive Kundenzen­tren in Wandsbek ein.
Das Thema wird auch mit der Frage „Nie mehr warten auf dem Amt“ verbunden. Das Vorhaben der Stadt Hamburg, hier Verbesserung zu bewirken, unterstützen wir ausdrücklich! Das kann und darf aber nicht auf Kosten der Barrierefreiheit geschehen. Da das Thema ja intensiv öffentlich diskutiert wird, geben wir diesen Brief auch an die Presse, Parteien, Wandsbeker Inklusionsbeirat etc.
Sehr geehrter Herr Ritzenhoff, wir bauen auf Sie, dass bei diesem Thema nichts zuungunsten von Menschen mit Behinderung zurück­geschraubt wird.

Viele menschliche Grüße

Rainer Wilcke für das Behindertenforum­Walddörfer,
c/o Haus Trillup, 22397 Hamburg-Lemsahl-Mellingstedt

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Wenn ich mir die Bericht­erstattung der letzten Wochen so angucke, schaudert es mir. Dass das Kunden­zentrum Walddörfer geschlossen werden soll, ist offensichtlich. Man wartet nur noch auf den richtigen (?) Zeitpunkt, um es zu ­ver­künden.
Und zum Vorwurf der „Volksdorfer Brille“: Es ist keineswegs so, dass so viele Duvenstedter – ich bin einer – längst nach Poppenbüttel fahren. So rosig sind die Verbindungen dorthin wahrlich auch nicht. Aber gewiss kann man Bürger auch versuchen zu lenken, indem man etwa Termine bewusst knapp hält, sommers schließt und andere abschreckende Maßnahmen trifft.

Torben Meier, 22397 Hamburg-Duvenstedt

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Zum 11-Punkte-Plan der rot-grünen Koalition: Alles Schönreden nützt nichts. Wir brauchen Ehrlichkeit und Offenheit in der Politik, sonst bricht uns die Mitte der Gesellschaft weg.

Dietrich Raeck, 22359 Hamburg-Volksdorf

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Die Redaktion behält sich vor, sie zu kürzen oder nur Auszüge daraus wiederzugeben.