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Regionalausschuss Walddörfer vergibt den Umwelt- und Sozialpreis an zwei Einrichtungen der Flüchtlingshilfe

Ehrungen nach Bergstedt und Wohldorf-Ohlstedt

Bergstedt/Wohldorf – Die Welle der Flüchtlinge, die vor Krieg, Terror, Verfolgung, Gewalt oder Hunger aus ihrer Heimat fliehen, reißt nicht ab. In den Kommunen, Gemeinden und Städten finden sie Unterstützung.

„Diese Welle der Flüchtlinge trifft bei uns auf eine große Welle der Hilfsbereitschaft. Auch in den Walddörfern, und damit auch in Bergstedt und Wohldorf-Ohlstedt”, so Anja Quast, Vorsitzende des Regionalausschusses Walddörfer.

Freundeskreise in den Walddörfern

Für die Menschen hier sei es ganz offensichtlich selbstverständlich, den in Not geratenen Menschen zu helfen. Quast sei stolz, solche Hilfsbereitschaft auch in den Walddörfern zu sehen. Der Standort am Volksdorfer Grenzweg stand schon recht lange fest. Die Entscheidung wurde zu einem Zeitpunkt getroffen, an dem die Bezirksversammlung Wandsbek noch die Chance hatte, solche Quartiere an Orten einzurichten, an denen zu vermuten war, dass die Bewohner des jewei­ligen Stadtteils sich auch um die neuen Mitbürger kümmern würden. „Und wir haben Recht behalten: Innerhalb kürzester Zeit bildete sich der Unterstützerkreis aus vielen hilfsbereiten Menschen, die ihre Fähigkeiten für die Flüchtlinge einbringen möchten”, freut sich Quast auch im Hinblick auf weitere Standorte in den Walddörfern.

Zwei neue Einrichtungen in Bergstedt

Das neue Quartier am Volksdorfer Grenzweg steht noch immer leer, weil es bauliche Mängel gibt. Dabei handele es sich nach Ansicht von Anja Quast um ein Lehrstück der Bürokratie, wo Ausschreibungs- und Feuerschutzvorschriften ein schnelles Handeln der zuständigen Stellen verhinderten. Inzwischen sind diese Hindernisse aber beseitigt. Stefan Papke als Vertreter der Bergstedter Flüchtlingsinitiative hat trotz aller Widrigkeiten durchgehalten, organisiert, beraten und vorbereitet. „Und nun wird es in Kürze nicht nur eine Einrichtung in Bergstedt geben, sondern mindestens zwei”, so Quast, „es wird also für die Helferinnen und Helfer weiterhin genug zu tun sein.”

Anerkennung für Engagement

Mittlerweile hat sich die Lage in ganz Hamburg zugespitzt, in allen Stadtteilen werden neue Erstaufnahmeeinrichtungen gebraucht. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Flüchtlinge zunächst registriert werden müssen, bevor entschieden wird, wo sie eine neue Heimat finden. So ist auch das Zeltdorf auf dem Ohlstedter Platz entstanden – quasi vis-à-vis mit den Vorgärten der angrenzenden Häuser. „Trotzdem war die Reaktion der Menschen vor Ort weit überwiegend positiv. Ich fand es sehr beeindruckend, mit welcher Gelassenheit die Ohlstedterinnen und Ohlstedter es akzeptiert haben, dass ihr Dorfplatz in ein Flüchtlingsdorf umgewandelt wurde. Und noch viel beeindruckender ist es, in welcher Geschwindigkeit sie Hilfe auf die Beine gestellt haben. Mouna Duve hat mit ihrem Kreis von Helferinnen und Helfern zunächst die Bundeswehr beim Aufbau unterstützt und dann nahtlos die einziehenden Flüchtlinge”, so Quast. Die Helfer bieten Kinderbetreuung für alle Altersgruppen, Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe, Sport in Kooperation mit dem TSV DUWO 08, Begleitung und Hilfe bei Behördengängen und Arztbesuchen. Außerdem werden Spenden gesammelt und verteilt und Feste gefeiert.
Die Gesellschaft ist mehr denn je auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen, damit die Flüchtlinge sich zuhause fühlen können. Für ihr Engagement erhalten Mouna Duve und Stefan Papke stellvertretend für ihre Gruppen den diesjährigen Sozial- und Umweltpreis des Regionalausschusses Walddörfer. Der Regionalausschuss möchte mit dieser Ehrung auch künftige Helferinnen und Helfer in den Walddörfern animieren, sich zu engagieren.
(ed)